Sei doch erst mal Musiker und nicht gleich Producer

Bild eines Minikeyboards, Keystep37, liegend auf einem Schreibtisch aus Naturholz - Roal Oak.

Auf YouTube stolperte ich über ein Video von mredrollo. Am Anfang stellt er die Frage: „Würdest du dich als Musikproduzent oder Musiker bezeichnen?“

Grob umrissen geht es in diesem YouTube-Video darum, dass der Fokus immer mehr auf das Produzieren vom Musik ausgerichtet wird und weniger auf das Musik machen. Die Fokussierung auf den technischen Hintergrund (welcher EQ, welcher Compressor, welches Plugin) erstickt letztendlich die Kreativität und dem kann ich nur zustimmen.

Wenn man sich die zahlreichen YouTube-Kanäle zum Thema anschaut, dann wird fast täglich der heiße Scheiß aus dem Universum der Hard- und Softwareproduzenten vorgestellt. Hinzu kommen Kanäle, die dir anhand einer großen Auswahl an Kompressoren, Equalizern, Effekt-Plugins und mehr erklären wie dein Mix besser klingt.

Nicht falsch verstehen, ich schreibe hier auch über VST-Plugins und Hardware, aber ich kann den Grundgedanken von mredrollo gut nachvollziehen.

Mir ging es damals auch mal so. Schon nach den ersten Bars eines Tracks kümmerte ich mich immer um den geilen Klang – Kompressor A, B, C, EQ 1, 2, 3 usw. Dabei verliert man sich in der Technik und das eigentliche, Musik zu machen, besser zu werden, rückt in den Hintergrund.

Letztendlich erlernt man das Produzieren durch Musik machen. Wenn man sich vorher schon zahlreiche Produktionstipps reinzieht, meist über YouTube-Kanäle, die von Herstellen gut mit Hard- und Software (Werbemittel) ausgestattet werden, dann kann die Kreativität darunter leiden.

Ich schaue mir auch gern neuen, heißen Kram an. Das ist auch nicht kontraproduktiv, wenn man sich in erster Linie als Musiker versteht und nicht als Produzent. Sieht man sich allerdings als Produzent, dann ist YouTube eine gigantische, werbefinanzierte Plugin-Fundgrube in diesem Bereich – egal ob man das wirklich braucht oder nicht. Kleiner Tipp, meistens braucht man das nicht.

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