Netflix: Einbußen bei Abonnenten und werbefinanziertes Abo denkbar.

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Netflix, ich hätte da eine Idee. Wenn Euch zunehmend Abonnenten verloren gehen, sei es durch die im Verhältnis zu anderen Streaming-Diensten höheren Abo-Preise oder durch Account-Sharing, dann lasst doch den Quatsch mit der SD-Auflösung im Basis-Tarif.

Worum geht es genau

Laut Geschäftszahlen für das erste Quartal 2022 verzeichnet der Streaming-Dienst erstmals einen Rückgang seiner Abonnentenbasis. Damit wurde die Erwartungshaltung, 2,5 Millionen weitere Abonnenten hinzuzugewinnen, nicht erfüllt. Zum einen sieht man den Rückgang in einer harten Konkurrenz zu anderen Streaming-Diensten, aber auch als Folge des Ukraine-Kriegs, denn in Russland wurde Netflix verboten.

Was man sich lange Zeit in der Chefetage von Netflix nicht vorstellen konnte, ein Abomodell mit Werbeunterbrechungen. Die Idee rückt nun doch näher in den Fokus der Führungsetage und man wird wohl härter gegen das unerlaubte Teilen eines Accounts vorgehen. Allerdings soll Account-Sharing wohl zukünftig gegen Aufpreis möglich sein.

Ich und Netflix

Ich war schon sehr früh Abonnent bei Netflix und habe auch die Preiserhöhungen mitgemacht. Allerdings war bei mir persönlich die Fahnenstange bei 12,99 Euro im Standard-Abo erreicht und ich pausierte für längere Zeit. Dann überkam es mich doch wieder und ich reaktivierte meinen Account.

Da ich Filme und Serien tatsächlich mehr auf meinem iPad schaue, probierte ich einfach mal den Basis-Tarif für 7.99 Euro aus, wohl wissend, dass ich nur SD-Auflösung bekomme. Ganz ehrlich, ja es geht ganz gut, aber so wirklich will man das dann doch nicht sehen. Schon am nächsten Tag klickte ich dann das Standard-Abo für 12.99 Euro.

Ich lebe hier allein in meiner Dachwohnung, kann aber auf zwei Geräten gleichzeitig unterschiedliche Filme und Serien sehen – toll. Das Menschen auf die Idee kommen, nur weil sie HD-Auflösung haben wollen, aber im übertragenen Sinne für zwei oder bei 4K vier Accounts bezahlen und dann den Zugang vielleicht mit jemandem teilen, der nicht zur Familie gehört – ganz ehrlich, mich wundert das irgendwie nicht.

Warum gibt es denn nicht einen Single-Account, HD, für den Preis von z.B. Disney Plus. So könnte man Account-Sharing sicherlich minimieren. Denn klar ist auch, dass größere Haushalte immer mehr abnehmen und es immer mehr Single-Haushalte gibt. (BiB)

Natürlich wird mehr Geld in die Kassen gespült, wenn man in einem Single-Haushalt für HD-Auflösung das „Paarpaket“ buchen muss und bei 4K für eine nicht vorhandene Familie mit Kindern zahlt. Nur die Konkurrenz mit günstigeren Angeboten ist ja keine Illusion, sie ist schon lange da.

Die Fragmentierung im Streaming-Bereich finde ich fürchterlich. Egal ob Streaming-Dienste, Software, Medien, alle möchten irgendwie abonniert werden. Was man dabei immer vergisst, dass man für sich immer nur ein gewisses Budget veranschlagt. Und wenn der eine oder andere Dienst nicht mehr passt, dann beendet man das Abonnement.

Und was Streaming-Dienste sicherlich wissen, die meisten Menschen kommen dort hin weil für sie lineares Fernsehen nicht mehr interessant ist und sie die Schnauze von Werbung einfach voll haben. Mich nervt schon die Eigenwerbungen für Amazon-Film-Produktionen bei Prime-Video, die man ja „noch“ überspringen kann. Kommt da Produktwerbung, bin ich raus.

Wenn Netflix ein günstiges Abomodell anbietet, das sich letztendlich durch Werbeeinblendungen trägt, dann ist das erst mal nicht verwerflich. Spotify macht das schon sehr lange so. Ob man damit dann Abonnenten überzeugt in einen werbefreien Tarif zu wechseln, ist schon sehr abhängig von der Preisstruktur der einzelnen Tarife. Ein Basis-Tarif mit SD-Auflösung wird sicherlich eher hinderlich sein und Account-Sharing wohl kaum eindämmen.

Was ich bei Netflix momentan sehr schätze, ist die gut funktionierende App auf Mobilgeräten und die absulute Werbefreiheit. Zudem ist die Bildqualität auf allen Geräten wirklich extrem gut, selbst SD ist besser als man das so kennt. Über die inhaltliche Qualität von Filmen und Serien möchte ich keine Aussage treffen, denn Geschmäcker und Ansprüche sind sehr individuell.

Ich würde mir ein Single-Abo-HD wünschen, ohne den SD-Quatsch. Natürlich wird das wohl nicht kommen, denn jetzt zahle ich ja für HD-Inhalte 12,99 Euro für mich und eine imaginäre Person in meinem Haushalt, die auf einem anderen Gerät auch Spaß haben kann.

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