Ist Mastodon eine Alternative für Twitter?

Bild eines Mastodonten - Urzeittier - Ähnlich einem Elefant mit Rüssel uns Stoßzähnen.

Elon Musk hat Twitter für 44 Milliarden Dollar gekauft und will das soziale Netzwerk besser machen als jemals zuvor.

Laut Aussage von Musk ist die freie Meinungsäußerung das Fundament einer Demokratie. Damit hat er natürlich recht, nur wenn man sich mal anschaut was Musk mit seinen 83 Millionen Followern unter Meinungsfreiheit versteht, dann sollte man wachsam sein.

Eine für mich gute Zusammenfassung zum Thema Elon Musk findet man im Newsletter von Sachscha Pallenberg – MeTacheles #7 – Musk beerdigt Twitter.

Sein guter Freund Jack Dorsey, Erfinder und Mitbegründer von Twitter, der seinen Rücktritt als CEO im November 2021 bekannt gab, soll Musk angeblich zum Kauf von Twitter ermutigt haben. Dorsey hatte sich z.B lange gewehrt, den Account von Donald Trump zu sperren.

Erlebt Twitter jetzt die Rückkehr von Accounts wie den von Alec Jones, Qanon, Donald Trump und Co?

Da kann man nur abwarten. Klar ist aber auch, Twitter war nie in der Hand einer wohltätigen Organisation. An der Spitze saßen immer Menschen mit sehr viel Geld und meiner Meinung nach einem sehr schrägen mind setting. Das man sich als Multimilliardär einfach mal so einen weltweit bedeutenden Dienst kaufen kann, ist alles andere als gut. Im dezentral angelegten Fediverse wäre das gar nicht möglich und da sind wir dann auch schon bei Mastodon.

Ist Mastodon eine Alternative?

Meiner Meinung nach ja, nur man muss bereit sein sich darauf einzulassen.
Mastodon sieht aus wie Twitter, nur es ist nicht Twitter.

Mastodon gehört zum Fediverse, ein dezentrales Netzwerk, bestehend aus sehr vielen Servern. Diese Server werden von Privatpersonen, Vereinen, Organisationen etc. betrieben. Man spricht von Instanzen, die alle miteinander vernetzt sind.

Anders als bei Twitter muss man sich erst mal eine Instanz suchen, der man beitreten möchte.

Angenommen ich interessiere mich für Rollenspiele und möchte mich mit anderen Menschen zum Thema austauschen, dann bin ich z.B. auf einer Instanz zu diesem Thema gut aufgehoben. Dort erstelle ich mir dann einen Account. Das ist jetzt meine Homebase, nur kann ich von dort aus mit allen anderen Menschen der unterschiedlichsten Instanzen kommunizieren, ihnen folgen etc.

Es gibt drei Timelines. Eure Haupt-Timeline zeigt Beiträge von Menschen an, denen ihr folgt. Kennt man ja von Twitter. Dann gibt es noch die Timeline, die alle Beiträge von Menschen seiner Homebase anzeigt, ohne das man ihnen folgt. Bezogen auf mein Beispiel wären das dann die Postings von Menschen auf der Rollenspiel-Instanz, auf der ihr mit eurem Account angemeldet seid. Das ist praktisch, denn so findet man vielleicht Accounts, denen man folgen möchte. Zuletzt gibt es noch die föderierte Timeline. Dort findet man einen Mix aus Beiträgen aller angeschlossenen Instanzen.

Das ist am Anfang vielleicht etwas verwirrend, aber man gewöhnt sich schnell daran und letztendlich ist das System viel spannender als Twitter.

Mastodon liebt #Hashtags

Damit eure „Trööts/Tweets“ auch von Menschen gesehen werden, die euch nicht folgen und denen ihr nicht folgt, spielen Hashtags eine große Rolle. Die solltet ihr auf jeden Fall nutzen. Das erinnert etwas an die Anfangszeiten von Twitter. Zudem werden Postings in eurer Timeline immer in chronologischer Reihenfolge angezeigt.

Und was ist da so los bei Mastodon?

Am Anfang gefühlt erst mal nicht viel. Ich bin mit meinem privaten Account seit 2018 dabei und am Anfang fühlte ich mich in alte Zeiten zurückversetzt. Was mir aber von Anfang an aufgefallen ist, die Menschen sind dort sehr viel netter. Man kann sehr viel Spass haben und auch gut diskutieren, ohne gleich Konflikte auszutragen, die dann im Streit enden. Wenn man sich erst mal seine persönliche Timeline zusammengestellt hat, dann ist da schon sehr viel los.

Mein persönliches Fazit

Es gibt noch viel zu tun im Fediverse, aber es macht unheimlich viel Spass dort zu sein. Ich habe schon lange keine Lust mehr als Produkt zu dienen, mit dem einige wenige zu Milliardären werden, ein „Rotz“ auf das geben, was von ihnen geschaffene Plattformen anrichten, nur weil ihre Gier grenzenlos zu sein scheint.

Ich würde mir wünschen, dass immer mehr Menschen das erkennen und da nicht mehr mitmachen. Allerdings befürchte ich, der Zug ist schon lange abgefahren.

Mastodon ist klasse, man muss sich nur darauf einlassen und etwas Geduld mitbringen.

Das könnte Dich vielleicht auch interessieren ...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.