Huch, ich habe mein Weblog geschrumpft

Na ja, so wirklich geschrumpft habe ich mein Weblog nicht, aber ich habe es von überflüssigen Bildern befreit. Im Prinzip seht ihr jetzt eine nostalgische Texthölle aus den 2000er Jahren.

Aber mal Spaß beiseite. Ich habe mich vom Grafikfeuerwerk auf der Startseite verabschiedet. Dafür gibt es Gründe, die ich hier kurz erläutern möchte.

Das Internet ist ein Feuerwerk aus allem, Text, Grafik, Video, Audio und am besten alles gleichzeitig. Kaum eine Website kommt ohne Bilder für Beiträge aus. Da schreibt man vielleicht über einen schönen Sommertag, sucht sich das passende Bild für den Beitrag raus, nur damit alles etwas schöner aussieht und das Bild dem Text noch etwas Nachdruck verleiht. Wir gestalten Websites für sehende Menschen, nur was ist mit Menschen die ihr Augenlicht verloren haben, die mit Braillezeile und Screenreadern im Internet unterwegs sind? Das fängt an bei nervigen Cookie-Bannern, bis hin zu fehlenden Bildbeschreibungen in Form von Alt-Tags. Für nicht sehende Menschen muss es sehr schwer sein sich da zurecht zu finden.

Ich betreibe mit diesem kleinen Hobbyblog kein Business. Ich bin nicht davon abhängig hier mit einem extrem coolem Design aufzutreten um irgendetwas zu vermarkten. Ich will auch keinen in eine Tracking-Hölle schicken, nur damit ich nach Abzug der Steuern am Ende des Monats einen Betrag X verdient habe und dafür dann Besucher mit nervigen Cookies und Werbemüll belästige.

Als Hobbyblogger habe ich die Freiheit das nicht zu tun. Zudem stellte ich mir schon lange die Frage, warum man eigentlich für jeden Beitrag ein Artikelbild braucht. Angenommen ich schreibe als privater Blogger etwas über eine neue Funktionen im Firefoxbrowser, warum muss ich dann als Artikelbild unbedingt einen Fuchs oder ähnliches Bildmaterial verwenden? Ich schreibe etwas über ein Netzwerk und suche mir erst mal Bilder raus, auf denen z. B. Rechner abgebildet sind. Das ergibt oft überhaupt keinen Sinn.

Vielmehr kann das mit den Bildern als Hobbyblogger auch zum Problem werden. Als Hobbyblogger wird man selten professionelle Bilddatenbanken nutzen, denn die sind nicht gerade kostengünstig. Man wird auch nicht für jeden Beitrag mit der Fotokamera loslaufen. Vielmehr nutzt man freie Bilddatenbanken. Das Problem dabei ist, solche Anbieter übernehmen keine Haftung bei Urheberrechtsverletzungen. Im Prinzip kann da jeder Bilder einstellen und sich als Urheber ausgeben. Zudem können Urheber auch jederzeit darüber entscheiden ob ein Bild gemeinfrei bleibt oder eben nicht. Davon bekommt man als Blogger meistens nichts mit und im schlimmsten Fall trudelt dann die Abmahnung ins Haus. Das kann übrigens auch bei Creative Commons passieren, wenn man sich nicht genau an die Vorgaben hält.

Wenn ich mit meinem Blog Geld verdiene, dann kann ich professionelle Bildagenturen nutzen oder mit einer Abmahnung irgendwie umgehen. Als Hobbyblogger kann das allerdings sehr weh tun. Ich bin davon immer verschont geblieben. Allerdings hat mein Blog auch keine Reichweite und ich habe immer recherchiert ob Bilder aus freien Angeboten auch in kommerziellen Datenbanken auftauchen. Dann habe ich von der Verwendung lieber die Finger gelassen. Das alles hat viel mehr Zeit gekostet als einen Beitrag zu schreiben. Von daher gefällt mir das Konzept besser, nicht immer ein Artikelbild nutzen zu müssen.

Bilder gezielter und nicht exponentiell einzusetzen hat zudem noch einen guten Nebeneffekt. Die Website ist performanter und verbraucht weniger Datenvolumen, denn mobile first ist heutzutage sehr wichtig.

In dieser Form hat es Textasylum schon mal gegeben, bevor ich mit meinem Blog umgezogen bin und mich auch von der alten Datenbank verabschiedete. Mir ist Reichweite und Sichtbarkeit egal, ich mache das hier nur zum Spaß. Von daher setzte ich Dinge sicherlich radikaler um. Möchte man mit seinem Blog etwas mehr erreichen, wäre es trotzdem schön darüber nachzudenken Websites etwas zugänglicher für nicht sehende Menschen zu gestalten.

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Andreas

Andreas

Ich blogge schon seit vielen Jahren. Für mich ist und war das immer nur ein Hobby. Einfach mal über das schreiben, was einen gerade interessiert. Dabei war mir Plattformunabhängigkeit immer sehr wichtig.

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