Die Erde retten, mit Facebook, Google und Co

Als Kind habe ich mich immer gefragt, wie oft die Erde in die Sonne passt. Viele Jahre später frage ich mich, wie wenden wir die bevorstehende Klimakrise ab.

Das hier wird kein Beitrag über den Klimawandel, aber ich habe einige Fragen.

Vorwort

Dem Planeten Erde geht es leider nicht sehr gut. Klimaforscher warnen schon seit Jahrzehnten vor einem bevorstehenden Klimawandel, nur wurden sie nie wirklich gehört – weder von uns noch von Politikern. Es gab aber schon immer NGOs und Aktivisten, die sich für unsere Umwelt eingesetzt haben. 1980 gründete sich sogar eine Partei, die drei Jahre später in den Bundestag eingezogen ist. Damals hießen sie noch „die Grünen“.

2018 verweigerte eine damals 15-jährige Schülerin den Schulunterricht und saß während der Unterrichtszeit vor dem schwedischen Reichstagsgebäude und streike für die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens. Was daraus erwachsen ist kennen wir alle.

Mir geht es in meinem Beitrag nicht um einzelne Organisationen oder darum den Zeigefinger zu heben, denn jeder der für Klima- und Umweltschutz eintritt ist wichtig.

Warum stellen sich mir Fragen

Immer mehr Menschen setzen sich für den Umweltschutz ein, was sehr zu begrüßen ist. Da wird getwittert oder über WhatsApp, Instagram, Facebook, TikTok und Co publiziert. Natürlich geht man dahin, wo man möglichst viele Menschen erreicht. Bei Twitch.tv gibt es z.B. Kanäle, die sich überwiegend mit diesen Themen beschäftigen.

Alle von mir genannten Dienste sind aber Kommerzplattformen, die uns tracken und für die wir das Produkt sind. Da wird es dann schon etwas merkwürdig, wenn man sich z.B über Greenwashing austauscht und dann Werbung von Firmen angezeigt bekommt, die genau das tun.

Viele NGOs versenden Newsletter, nur wenn man sich mal die Datenschutzbestimmungen durchliest, dann liest man etwas von Facebook-Pixel, Hub-Spot, Google Signal usw. Einige NGOs finanzieren sich auch durch Werbung im Newsletter, was kein Problem darstellt, würde man nicht die Werbenetzwerke der Datenkranken nutzen, die mich (sofern ich mich nicht schütze) tracken und mir z.B. Werbung von Fast Fashion Produkten anzeigen.

Auch bei Streaming-Diensten ist es etwas schräg, wenn man z.B. über die Müllberge im Kongo berichtet, der Stream aber durch die Werbung eines Modelabels komplett unterbrochen wird, das eben nicht nachhaltig produziert und zudem noch Greenwashing betreibt. Streamer haben allerdings keinen Einfluss auf die Art der Werbung. Der größte Streaming-Dienst gehört übrigens zu Amazon, was gefühlt schon einiges erklärt.

Und nun?

Es ist nicht einfach. Man möchte möglichst viele Menschen erreichen, füttert aber die Kommerzplattformen mit Inhalten, die Werbeflächen verkaufen und deren Algorithmus auch Werbung ausspielt, die man trotz Personalisierung gar nicht sehen möchte, da ein einfacher Tag wie „Bionic“ schon ausreicht um auch nicht nachhaltige Produkte angezeigt zu bekommen.

Vielleicht ist das die bittere Pille, die man schlucken muss um möglichst viele Menschen zu erreichen. Was ich aber nicht so wirklich verstehe, warum sieht man nur wenige NGOs im Fediverse?

Was ich auch etwas bemängele, warum baut man nicht ein eigenes Werbenetzwerk für nachhaltige Produkte auf, das dann von allen Organisationen ohne Tracking und Co genutzt werden kann.

Das soll hier kein rant sein, aber vielleicht sollte man Umweltschutz im Netz mal weiter denken und nicht auf Verbündete setzen, die letztendlich Teil des Problems sind.

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Über den Author

Andreas

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Ich blogge schon seit vielen Jahren. Für mich ist und war das immer nur ein Hobby. Einfach mal über das schreiben, was einen gerade interessiert. Dabei war mir Plattformunabhängigkeit immer sehr wichtig.

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