Der Trend geht zum Zweit-Router

AVM Fritzbox 7590

Na ja, vielleicht nicht so wirklich, aber wenn die VDSL2-Leitung angeblich ein Kupferfels in der Brandung ist und meine Fritzbox 7590 sehr sporadisch die Internetverbindung trennt und häufiger neu synchronisieren muss, dann wird es ab einem gewissen Punkt schmerzhaft.

Der DSLAM (Digital Subscriber Line Access Multiplexer) steht bei mir fast vor der Tür. Aus meinem Küchenfenster winke ich ihm jeden Morgen zu, immer in der Hoffnung das er sich freut, denn man möchte ihn ja nicht verärgern oder gar ignorieren.

Jahrelang ging das gut, denn ich hatte durchgehend eine sehr stabile Leitung. Meine Fritzbox hat immer die neusten Updates bekommen und alles war immer grün, bis vor wenigen Monaten.

Ohne irgendetwas verändert zu haben trennte die Fritzbox häufiger am Tag die Internetverbindung und musste neu synchronisieren. Teilweise kam es zu Zeitüberschreitungen bei der PPP-Aushandlung, aber die Internetverbindung wurde immer ohne längere Ausfallzeiten wieder hergestellt.

Am Anfang ist mir das gar nicht so aufgefallen, denn meistens passierte das nach Logprotokoll in der Nacht. Wie schon geschrieben, ich hatte nichts verändert – weder in der Konfiguration noch habe ich die Box woanders hingestellt oder Kabel getauscht. Auch die neuste Routersoftware bereitete keine Probleme, denn nach der Installation lief ja noch alles zufriedenstellend.

Um hier etwas abzukürzen, die Probleme weiteten sich aus. Hätte ich mein Logprotokoll ausgedruckt, dann hätte ich wahrscheinlich die längste Serviette der Welt gehabt.

Operation Taskforce

Zeit für die schnelle Einsatztruppe der Telekom. Die erreicht man allerdings bevorzugt über das Internet, da sie ihre Servicerufnummer gut verstecken. Das macht wirklich viel Sinn, wenn der Internetanschluss gerade mal wieder abgekackt ist. Aber man hat ja noch ein Smartphone und tippt sich dann durch die ganze Prozedur, die ich hier gar nicht näher beschreiben möchte.

Man mag mich Teeren und Federn, aber wenn man sich erst mal bis zur Störungsmeldung vorgearbeitet hat ist der Support recht gut. Es wurde ein Line-Rest durchgeführt und ich dachte damit wäre alles erledigt. Am nächsten Tag informierte man mich allerdings darüber, dass es wohl Störsignale auf der Leitung gibt und ein Techniker vorbeikommen muss.

Der war dann am nächsten Tag (ja, ihr lest richtig) auch da. Wir hatten allerdings vereinbart, dass er mich kurz vor Erscheinen anruft – was leider nicht geschehen ist. Ich war zwar im Haus, musste aber immer zwischen meiner Wohnung und der meiner Mutter pendeln, da sie schwer erkrankt war. Ich hatte Glück gerade in meiner Wohnung zu sein, als er klingelte.

Ende vom Lied, die böse Telefondose soll schuld gewesen sein. Die wurde kurzerhand ausgetauscht und nach Messergebnissen sollte nun alles wieder „fine“ sein. War es auch – na ja, fast. Nach 14 Tagen hatte ich wieder grüne Blinklichter im Partymodus, die zwischen Abbruch und Synchronisierung wohl so viel Spaß hatten – dass sie das am Tag sehr oft erleben wollten. Mein Logprotokoll nahm mittlerweile die Dimension einer Klopapierrolle an, hätte man es ausgedruckt.

Möge die Macht mit dir sein

Also wieder die Taskforce kontaktiert und man begann damit die Leitung für 24 Stunden zu monitoren. Das war auch der Zeitraum, indem sich meine Augen kaum von den Kontrolllampen des Routers lösen konnten. Dummerweise machte meine Fritzbox einen auf „strong“. AVM steht wahrscheinlich für Aliens versus Menschheit. Gewonnen hat Joda, der meinen Modemrouter mit seinen Jedikräften zum Durchhalten zwang – bis auf einmal. Ha, erwischt. Yeah Baby, endlich wieder Partyblinken. Ich führte Freudentänze auf. Da draußen plötzlich ein Regenschauer losbrach, hörte ich lieber auf damit.

Am nächsten Tag dann das Ergebnis der Überwachung: Alles fine. Man hat selten so eine stabile Leitung gesehen. Ohne hier etwas hineininterpretieren zu wollen, aber das könnte man auch falsch verstehen :-). Tja, vielleicht doch mal Kabel tauschen.

Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass die Support-Mitarbeiterin wirklich klasse war. Über die ganze Zeit habe ich auch immer mit der selben Person gesprochen, musste also nicht immer wieder alles neu erklären und die Gespräche waren immer lösungsorientiert.

My Heart Will Go On

Der Kabeltausch führte letztendlich nicht zum Erfolg. Die Leitung wurde für weitere 24 Stunden messtechnisch überwacht und auch hier gab es keine Auffälligkeiten. Meine Internetleitung ist ein Fels in der Brandung und meine Fritzbox möglicherweise die Titanic. Aber so ganz kann ich das nicht glauben.

Manchmal passiert mehrere Tage gar nichts und dann fängt das mit den Abbrüchen wieder an. Es gibt auch kein Muster, von daher gestaltet sich die Fehlersuche schwer. So Dinge wie dLAN oder andere Störquellen habe ich hier nicht. Ein Router Reset und auch das Einspielen einer älteren Version der Routersoftware führten nicht zum Erfolg.

Letztendlich bleibt nur der Test mit einem anderen Router, über den ich leider nicht verfüge. Mal schnell so ein Ding bei einem Freund abbauen ist irgendwie suboptimal, von daher werde ich mir wohl einen zweiten Router besorgen müssen.

Eigentlich denke ich selten darüber nach wie blöd VoIP-Telefonie eigentlich sein kann, da man ja ein Smartphone hat. Aber für ältere Menschen, die nur ihren Festnetzanschluss nutzen, kann das schon echt übel sein – gerade vor dem Hintergrund des Netzausbaus und der Kupferkabelquälerei.

Na ja, der Trend geht halt zum Zweit-Router

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