Das iPad, dort wo die Abos wohnen

D
Das iPad, dort wo die Abos wohnen
Bild von Gerd Altman – Pixabay unter CCO Lizenz

Apple macht sich in Entwicklerkreisen ja schon länger für Abo-Angebote stark. Im Gegensatz zu Kaufangeboten profitieren Entwickler von einem dauerhaften und stabilen Einkommen und der Abonnent von einer langfristig gepflegten Software.

Das hört sich doch erst mal vernünftig an, nur hat die Sache einen großen Haken.

Software as a Service rentiert sich für den reinen Privatanwender nur begrenzt. Wenn er im Monat zum Beispiel 6 Texte verfasst, 20 Fotos bearbeitet, hier und da mal ein Audiofile editiert, lohnen sich Abo-Modelle einfach nicht.

Noch lässt sich das auf einem iPad auch prima mit Bordmitteln erledigen. Apples Intension, Entwickler in Richtung Abo-Modell zu bewegen, trägt allerdings schon jetzt merkwürdige Früchte. Mittlerweile gibt es Taschenrechner- oder Einschlaf-Apps im Abo, OCR-Scansoftware und vieles mehr.

Meiner Meinung nach wird diese Rechnung nicht aufgehen. Die meisten von uns haben mindestens einen VOD-Dienst abonniert. Bei mir sind es zwei, Netflix und Amazon Video. Dann kommt vielleicht noch ein Musik-Streaming-Dienst hinzu. Den Rundfunkbeitrag in Deutschland lasse ich mal außen vor. Als Gamer abonniert man vielleicht noch Uplay- oder Playstation Plus oder unterstützt den Streamer seiner Wahl auf Twitch mit einem Abo.

Die Liste könnte man beliebig weiterführen.
Schaut ruhig mal nach, was ihr im Monat so an Geld für Abonnements ausgebt.

Ich nutze hier ein aktuelles iPad-Pro, da ich einfach keine Lust habe ein Notebook mit mir rumzuschleppen. Das ich auf dem Tablet nicht nur Filme schaue erklärt sich von selbst, denn für diesen Anwendungszweck braucht man definitiv kein Pro Modell. Ich brauche aber auch keine Software, die ich mieten muss und schon gar keine Tachenrechner-App im Abo. Solange es Alternativen gibt, Schwamm drüber.

Wenn Software einem hilft sein Business zu betreiben, dann macht „Software as a Service“ durchaus Sinn. Auch für Hobbyisten kann das eine Alternative sein, wenn man nicht gleich einen größeren Betrag für den Kauf einer Software auf den Tisch legen möchte. Für den „einfachen“ Nutzer machen solche Modelle allerdings nur wenig Sinn.

Hätte es im App-Store die Möglichkeit gegeben Versionsupdates kostenpflichtig anzubieten, wäre die Lage vielleicht nicht so angespannt. Natürlich sind stabile Einnahmen für Software-Entwickler wichtig und auch zu begrüßen, nur wird das langfristig mit der Bereitschaft der Kunden, App-Abos abzuschließen, nicht in Einklang zu bringen sein.

Das sieht man schon an der Fragmentierung der Video-Streaming-Dienste. Auch wenn man am liebsten das ganze Universum haben möchte, letztendlich bleibt man dann doch in seiner Galaxie.

Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass die Techmillionäre und Milliardäre die Relation zum Geld und die Vorstellung von dem, was Menschen so im Durchschnitt verdienen, verloren haben. Sie beherrschen die Plattformen und egal ob Entwickler oder Nutzer, keiner von uns wird da als Gewinner rausgehen.

Geld für Upgrades, ja. Auch das kostenpflichtige Freischalten zusätzlicher Funktionen einer Software oder der Kauf von Expansion Packs, ja – Apps im Abo nur dann, wenn es wirklich keine brauchbaren Alternativen gibt.

Fairerweise muss man sagen, dass nicht nur Apple in diese Richtung geht. Adobe hat es uns ja vorgemacht und was das für Folgen haben kann, erleben gerade die „Kreativen“ in Venezuela – denen man, auf Anordnung der US-Regierung, mal eben die Nutzerkonten sperrt. Das könnte auch jedem Passwortmanager mit Zwangs-Cloud-Anbindung im Abo drohen oder der geliebten Podcast-App, die sich nur kontinuierlich zahlenden Kunden in ihrer ganzen Funktionalität offenbart. Schlimmer wäre es allerdings, wenn die Einschlaf-App im Abo nicht mehr funktioniert oder der Taschenrechner im Abonnement plötzlich nicht mehr 1+1 rechnen kann. Ok, lassen wird das 🙂

Ja, ich kann verstehen warum man als Entwickler diesen Weg geht und das ist auch nicht verwerflich. Nur glaube ich nicht, dass die Rechnung aufgeht.

Sollte es mal soweit kommen das jede zweite App an ein Abo-Modell gebunden ist, würde ich mir garantiert kein teures Tablet mehr kaufen. Gleiches gilt natürlich auch für den Kauf eines Smartphones.

Ach ja, 1+1=3 (Mist, habe vergessen mein Abo zu verlängern :-))

0 Kommentare

Follow Me

Neue Beiträge

Neue Kommentare

Tags

Archive

Kategorien