Aufregung um den Dokumentarfilm „Lovemobil“

lovemobil
Image by Jill Wellington from Pixabay

Worum geht es

Laut Recherchen von STRG_F zeigt der preisgekrönte Dokumentarfilm „Lovemobil“ in weiten Strecken Szenen, die mit Schauspielern nachgestellt wurden. Die Autorin Elke Margarethe Lehrenkrauss hat das in ihrem Film aber nicht kenntlich gemacht und auch gegenüber der Redaktion nicht erwähnt.

Der Film wurde aus Mitteln der Nordmedia Filmförderung finanziert, an dem die NDR Dokumentarfilmredaktion als Koproduzent beteiligt war. Der Film zeigt das Leben von Prostituierten, die in Wohnmobilen am Rande von Bundesstraßen in Niedersachsen arbeiten.

Der Film wurde für den Grimme Preis nominiert und mit dem Deutschen Dokumentarfilmpreis ausgezeichnet. Aufgrund der Recherchen von STR_F distanziert sich der NDR vom Dokumentarfilm.

Was ist das Problem

In einem Dokumentarfilm müssen Fiktion und Wirklichkeit getrennt sein. Der Dokumentarfilm ist der Realität und Wahrheit verpflichtet. Und genau hier müssen wir mal genauer hinschauen.

Fiktion?

Die Frage ist doch, hat Frau Lehrenkrauss etwas erfunden oder Szenen nachspielen lassen, die sich wirklich so zugetragen haben. Natürlich hätte sie das kennzeichnen müssen, keine Frage, nur die Alleinschuld trägt sie meiner Meinung nach nicht. So eine Recherche dauert meist mehrere Jahre. Da ist man so tief drin, das man die beteiligten Personen verdammt gut kennt. Wenn die ihre Geschichten nicht persönlich vor der Kamera erzählen möchten, weil sie vielleicht nicht erkannt werden wollen oder andere Gründe haben, ist die Darstellung mit Schauspielern immer noch die Geschichte dieser Personen und keine Fiktion.

Ich, der Zuschauer

Wenn man sich mal intensiver mit den öffentlich rechtlichen Medienanstalten auseinandersetzt, kommt man schon gewaltig ins Grübeln. Da läuft wirklich so viel falsch, dass man sich eine schnelle Umkehr, wieder hin zur eigentlichen Aufgabe, wünscht – natürlich auf der Höhe heutiger Möglichkeiten. Schnell wird das natürlich nicht gehen, aber man muss einfach mal losgehen.

Lineares Fernsehen schaue ich schon seit ca. 8 Jahren nicht mehr. Ich nutze nur die Mediatheken und dort schaue ich nur „Dokus“ und die Tagesschau. Ich brauche kein öffentlich rechtliches Netflix, von daher interessiert mich das Thema auch so.

Zum Thema „Lovemobil“ und Frau Lehrenkrauss gibt es meiner Meinung ein interessantes Podcastgespräch bei Übermedien – Holger ruft an.

Das, was Sabine Rollenberg im Podcast über die systemische Fehlentwicklung beim Dokumentarfilm sagt, habe ich an anderer Stelle auch schon sehr oft gehört. Die Entwicklung finde ich, als einfacher Zuschauer, mehr als bedenklich. Das man die Autorin Elke Margarethe Lehrenkrauss symbolisch an die Wand stellt auch. Ja, sie hat einen Fehler gemacht, in einem System, was Fehler hervorruft und selber nicht bereit ist die Routine zu ändern, die dazu führt.

Es ist eben nicht immer alles so einfach wie es scheint.

Andreas

Nicht mehr so ganz knackig, macht was mit Audio, ist Gamer und mag Gadgets.

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